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Standardisierung der RFID Systeme

Wie bei vielen neuen Technologien, ist die Frage der Standardisierung auch im Zusammenhang mit der RFID-Technologie viel diskutiert und umstritten. Dabei konkurrieren beispielsweise nationale und globale technische Standards, industriespezifische Standards sowie Quasistandards führender Technologieprovider. Trotz der Etablierung des EPCglobal bleibt zum Beispiel die Frage bestehen, in wiefern sich bereits existierende geschlossene RFID Systeme in diesen Standard einpassen.

Besprechung mit Mitarbeitern, Quelle: Colourbox.com
© Colourbox.com

Standardisierung über den elektronischen Produktcode (EPC)

Durch den Einsatz der Transpondertechnologie in der Konsumgüterindustrie wird ein gewaltiges Potenzial in logistischen Systemen und Prozessen erwartet. Das verstärkte Engagement des Handels und international agierender Markenartikler treiben die notwendige Standardisierung unter dem Dach von GS1 voran. Insbesondere für den Handel wird der Dateninhalt dieser Tags wesentlich durch das europäisch-amerikanische Konsortium EPCglobal bestimmt, getragen von EAN (European Article Number) und UCC (Uniform Code Council). 

EAN wurde u.a. bekannt durch den Barcode EAN13, der sich heute an jeder Milchtüte befindet und Auskunft über Herkunftsland, Hersteller und Artikelnummer gibt. Ein EAN13 Barcode ist eindeutig mit einem bestimmten Artikel verbunden. Die entsprechende Nummer muss bei der EAN beantragt werden. Hierdurch kann die Ware am Kassenscanner eindeutig identifiziert und abgerechnet werden. EAN wird in Deutschland durch GS1 vertreten.

Die Erkenntnis, dass es sich um eine globale Entwicklung handelt, führte zur Einigung der wichtigsten Normierungsinstanzen in Europa und den USA und zeigt abermals die weltumspannende Tragweite der RFID-Entwicklung. Es entstand der so genannte Electronic Product Code (EPC).

Der EPC ist ein 96 Bit breiter Code, mit dessen Hilfe neben den bekannten Informationen wie Hersteller, Land und Artikelnummer, die sich heute schon als Barcode an jeder Milchtüte finden, weitere Informationen über Chargen, Seriennummern und vieles mehr gespeichert werden können.

Die Metro Group als eine der treibenden Kräfte in der deutschen Handelslandschaft praktiziert mit ausgewählten Lieferanten die Identifizierung auf Palettenebene. Die nächste Ausbaustufe ist die Kennzeichnung der Umverpackung. Im letzten Schritt wird über den Electronic Product Code die Serialisierung jedes einzelnen Produktes angestrebt. Die Produktinformationen werden in internetbasierten Datenbanken abgelegt, zu denen der EPC die Verbindung herstellt. Dieses "Internet der Dinge" dient dazu, Informationen zu einem bestimmten Objekt im Internet bereit zu stellen. Die Referenzierung der Objekte erfolgt dabei mit Hilfe des EPC, der auf einem an dem Objekt angebrachten Transponder gespeichert ist.

Das MIT (Massachusetts Institute of Technology), das mit dem ersten AutoID-Laboratorium eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der RFID-Technologie legte, ermittelte, dass der Nummernkreis des EPC groß genug sei, um jedes Molekül auf der Erde einzeln durchzunummerieren. Mit Hilfe des elektronisch gespeicherten EPC ist es damit möglich, nicht nur den Artikel, sondern jedes einzelne Warenstück zu identifizieren.

Neben der Europäischen Richtlinie und dem Bundesdatenschutzgesetz entwickelt EPCglobal Standards für die einheitliche Nutzung der RFID-Technologie für Identifikationszwecke entlang der gesamten Supply Chain. Die von EPCglobal entwickelten Richtlinien ergänzen die Gesetze zum Datenschutz, allerdings haben sie keinen verpflichtenden Charakter. EPCglobal veröffentlichte Richtlinien zu folgenden Themen:

  • Information - Der Konsument muss mittels eines Kennzeichens darüber informiert werden, auf welchem Produkt RFID verwendet wird.
  • Wahlmöglichkeit - Der Konsument wird darüber aufgeklärt, wie der Transponder auf dem Produkt deaktiviert wird
  • Aufklärung - Alle Informationen über neueste Entwicklungen in der RFID-Technologie müssen dem Konsument zugänglich sein.
  • Aufzeichnung, Vorbehalt und Sicherheit - Personenbezogene Daten dürfen nicht gespeichert werden. Eine umfassende Information über die Nutzung von spezifischen Daten ist zu veröffentlichen.

Quelle: Fraunhofer IML, Dortmund, 2006.