Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4

Organisationsformen

Unter einer "Kooperation" versteht man allgemein eine Form der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit von mindestens zwei Unternehmen, wobei deren wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit erhalten bleiben.

Mit der Entwicklung des Internets als Medium für wirtschaftliche Transaktionen entstanden neue Möglichkeiten für die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit und damit auch neue Organisationsformen wie zum Beispiel "virtuelle Kooperationen", "virtuelle Unternehmen", "virtuelle Plattformen" oder "Net Broker".

Türschild "Team 4", Quelle: Colourbox.com
© Colourbox.com

Was ist eine virtuelle Kooperation, bzw. virtuelle Organisation?

Hinter dem Begriff ?virtuelle Organisation? verbergen sich eigentliche verschiedene Organisationsformen. Gemeinsam sind ihnen die folgende vier Merkmale:

  • Man nennt etwas "virtuell", wenn es nicht real ist, aber dennoch so aussieht!
    Dies bedeutet, dass eine virtuelle Organisation nach außen wie eine real Existierende aussieht, in Wahrheit aber keinen eigenes Ausführungsorgan besitzt, sondern sich als Netzwerk unabhängiger Partner organisiert.
  • Man nennt etwas "virtuell", wenn es nicht materiell ist und auf Informations- und Kommunikationstechnologie basiert!
    Dies bedeutet, dass etwas nur aus Daten besteht. Ein Online-Magazin oder auch virtuelle Marktplätze sind gute Beispiele für dieses Merkmal.
  • Man nennt etwas "virtuell", wenn es das Potenzial hat, zu existieren, aber noch nicht existiert!
    Dieses in großen Netzwerken besonders ausgeprägte Merkmal bedeutet, das bestimmte Konstellationen innerhalb der Organisation nicht existieren, aber das Potenzial haben, jederzeit ins Leben gerufen zu werden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für virtuelle Clustern ist beispielsweise die Fähigkeit beliebige Netzwerkkonstellation mit den dahinterstehenden verknüpften Einzelressourcen auf begrenzte Zeit zu bilden.
  • Man nennt etwas "virtuell", wenn es sich ständig wandelt!
    Dies bedeutet, dass eine Organisation als Struktur langfristig besteht, sich die Zusammensetzung der Partnern auf im Laufe der Zeit stetig verändert. Diese progressive Dynamik ist ein bedeutender Motor von virtuellen Unternehmen und virtuellen Projektteams.

Insofern werden hier die Begriffe "virtuelle Kooperation" und "virtuelle Organisation" äquivalent verwendet

 

Gründe für die Bildung eines virtuellen Unternehmens

  • Fokussierung auf Kernkompetenzen
  • Größeneffekte erzielen, um Kundenaufträge bedienen zu können
  • Verbreiterung der Angebotspalette
  • Transaktionskosten vermeiden, deshalb möglichst wenig vertragliches Regelwerk
  • Flexibilität, um schnell auf Marktchancen reagieren zu können

Im Wesentlichen werden Unternehmen durch zwei Ursachen dazu gezwungen, sich mit diesen neuen Organisationsformen zu beschäftigen:

  1. Sich immer schneller verändernde Marktbedingungen und

  2. die sich beschleunigende Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnologien (IuK).

Auf der Seite der Kunden werden immer spezialisiertere Produkte verlangt. Unternehmen müssen daher immer umfangreichere Produktpaletten entwickeln und anbieten können. Gleichzeitig fordert die Individualisierung westlicher Gesellschaften eine Personalisierung, bzw. Maßschneiderung oder individuelle Anpassung von Produkten. Angebote 'Made-to-Order' oder 'On-Demand' spielen hier eine wichtige Rolle. Dadurch wird die Komplexität quer über alle Unternehmensfunktionen hinweg deutlich erhöht. Viele mittelständische Unternehmen stoßen an dieser Stelle schnell auf größenbedingte Hindernisse. Spezialisierung und Individualisierung führen gemeinsam zu kürzeren Produktzyklen und stetig steigen Entwicklungs- und Vertriebskosten. Internationale Märkte und globale Konkurrenz verstärken diese Effekte noch weiter.

Die IuK als zweite Triebfeder für die Entwicklung virtueller Organisationsformen hat in den letzten Jahren vor allem anderen die Geschwindigkeit, Menge und Qualität von Kommunikation drastisch gesteigert. Dies gilt insbesondere auch für ökonomische Trabsaktionen. Die IuK bieten Unternehmen die Gelegenheit ihre Flexibilität so zu verbessern, dass sie sich besser an die oben beschrieben dynamischen Veränderungen am Markt anpassen können, und sind insofern eine Art 'Business-Enabler' für Unternehmen. Um besser mit der aus den Marktanforderungen resultierenden wachsenden Komplexität in Entwicklung, Produktion und Vertrieb fertig zu werden, konzentrieren sich immer mehr Unternehmen stärker auf ihre Kernkompetenzen. Besonders im Mittelstand ist dies zum wichtigen Erfolgsfaktor geworden. Die vom Markt verlangten Produkte können dann jedoch nicht mehr von einem Unternehmen allein hergestellt, geschweige denn umfassend vertrieben werden. Unterschiedliche Einzelkompetenzen werden daher zu gemeinsamen Prozessen verknüpft, bzw. vernetzt. Verschiedene wirtschaftliche Akteure kombinieren sich so zu dynamischen Wertschöpfungsketten, die durch virtuelle IuK-Strukturen organisiert werden (eSupply Chains).

Bild zeigt ein Schaubild zur virtuellen Kooperation

Virtuelle Organisationsstrukturen basieren auf den Erkenntnissen und Erfahrungen, die in der Koordination von Teams, bzw. Arbeitsgruppen gemacht wurden. Auf der Seite "Kooperationsschritte" (als Link) werden diese Erkenntnisse über die Koordination von Gruppenarbeit auf Unternehmenskooperationen angewandt.

Typische Problemstellungen:

  • Wie können allgemeine Ziele in Einzelaufgaben gegliedert werden?
  • Wie werden diese Aufgaben Arbeitsgruppen oder Einzelpersonen zugewiesen?
  • Wie werden Ressourcen zwischen den Partnern aufgeteilt und der Zugriff darauf geregelt?
  • Wie wird Information ausgetauscht und eine gemeinsame Wissensbasis aufgebaut?
  • Wie werden unterschiedliche Ansichten, Arbeitsweisen und Vorlieben miteinander in Einklang gebracht?