Elektronischer Einkauf und elektronische Märkte
Die Anwendung elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien bietet großes Einsparpotential und eröffnet gleichzeitig neue Absatzmärkte. Im Einkauf können bürokratischer Aufwand und Prozesskosten durch den Einsatz moderner IT-Anwendungen stark minimiert werden. Zusätzlich können elektronische Marktplätze durch die Nutzung des Internets den Absatz von Produkten und Dienstleistungen erheblich erhöhen.
Elektronische Marktplätze
Gegenüber konventionellen Märkten bieten elektronische Marktplätze kleinen- und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, Waren und Dienstleistungen besonders effektiv im Internet zu handeln. Darüber hinaus ist ein elektronischer Marktplatz eine besonders effektive Art, ein Produkt oder eine Dienstleistung einer Vielzahl von Nachfragern anzubieten.
Ein großer Vorteil ist die konzentrierte Zusammenführung von Angebot und Nachfrage im Internet; analog zu dem allseits bekannten Modell eines herkömmlichen Marktplatzes. Teilnehmer können so leicht Angebote vergleichen oder die eigene Marktpräsenz erweitern. Vertriebs- bzw. Beschaffungsprozesse lassen sich zudem deutlich vereinfachen.
Im Laufe der letzten Jahre kam es zu einem regelrechten Boom in der Entwicklung elektronischer Marktplätze, ein Großteil dieser Kommunikationsplattformen ist aber nach einer notwendigen Konsolidierung des Marktes wieder verschwunden. Übrig geblieben sind wenige Marktplätze, die einen signifikanten Kundennutzen stiften und gleichzeitig die zum Betrieb notwendigen Einnahmen erzielen. Von dieser Entwicklung abgesehen, wird ein signifikanter Anstieg des Transaktionsvolumens auch in den nächsten Jahren erwartet. Dabei wächst die Akzeptanz des internetbasierten Handels auch in Industrie und Handel.
Aufgrund der hohen Marktdurchdringung von Internetanschlüssen unterscheidet man zunehmend nach privater und geschäftlicher Nutzung des Internethandels. Je nach Einordnung der Marktteilnehmer gibt es Marktplätze für die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und Endkunden (Business-to-Consumer: B2C), Unternehmen untereinander (Business-to-Business: B2B) oder zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtuingen (Business-to-Public Authorities: B2A). Während dessen haben sich C2C (Consumer to Consumer) und B2C (Business to Consumer) Märkte mit Onlineauktionen weitestgehend durchgesetzt.
Innerhalb dieses Beitrages richtet sich der Fokus auf das B2B Geschäft. Es bezeichnet alle Geschäftsaktivitäten, die zwischen 2 Unternehmen ablaufen. Diese Unterscheidung, ob es sich um einen Endkunden oder um einen Geschäftskunden handelt, wird gerade im Bereich von Internetpräsenzen immer wichtiger, da Programmierer und Marketingspezialisten ihre Tätigkeit speziell auf die Vertriebswege ihrer Kunden ausrichten. Darüber hinaus spielen im Unterschied zum Endkundengeschäft Prozesskosten eine bedeutende Rolle.
Eine weitere Einteilung elektronischer Marktplätze ergibt sich, wenn man die Branchenausrichtung betrachtet. Auf horizontalen Marktplätzen wird ein branchenübergreifendes Publikum angesprochen. Es werden Produkte angeboten, die in allen Unternehmen benötigt werden. Dazu gehören u.a. Büroartikel oder Güter der Informationstechnik, wie sie z.B. der Marktplatz Atradapro.de anbietet. Vertikale Marktplätze hingegen weisen einen klaren Branchenbezug auf und sind auf einen bestimmten Wirtschaftssektor ausgerichtet.
Unternehmen müssen eine Vielzahl von Fragen beantworten, um erfolgreich am elektronischen Handel zu partizipieren. So muss beispielsweise bedacht werden, dass die Preistransparenz zunehmen wird und dass Preiskämpfe wahrscheinlicher werden. Ferner muss ein Unternehmen festlegen, welche Produkte und Dienstleistungen überhaupt elektronisch beschafft oder vertrieben werden sollen. In der Vergangenheit wurden maßgeblich sogenannte C-Artikel (hohe Stückzahl und geringe Wertigkeit) auf Marktplätzen gehandelt. Zukünftig kann das Spektrum auch B- und in Einzelfällen auch auf A-Artikel umfassen. Je nach Produktkomplexität bieten sich dabei unterschiedliche Mechanismen der Preisfindung an; folgende Handelsformen lassen sich grundsätzlich unterscheiden:
Festpreise
Ausschreibungen
Auktionen (steigende Preise)
Englische Auktion (fallende Preise)
Börse (hochdynamische Preisbildung)
Damit die Vertriebskosten auch tatsächlich sinken, muss der elektronische Marktplatz eng mit den innerbetrieblichen Informationssystemen der Unternehmen verzahnt werden (Back-End-Integration). So können neue und effiziente Beschaffungs- bzw. Vertriebsprozesse realisiert werden. Eine elektronische Bestellung kann z.B. ohne Medienbrüche an die Lagerhaltung oder an die Produktion weitergereicht werden.
Unternehmen, die die notwendigen Vorkehrungen für den Einstieg in den elektronischen Handel getroffen haben, stehen vor der Aufgabe, geeignete Marktplätze zu identifizieren.
Quellen:
[1] IT und E-Business im Mittelstand 2008, IBM-Studie, URL: http://www.impulse.de/downloads/impulse_IBM_Studie_2008.pdf, Abruf vom 01.02.2009
[2] eShops weiterhin auf dem Vormarsch, URL: http://www.ecin.de/news/2008/04/10/11815/index.html, Abruf vom 10.03.2008
Falk Neubert